Frankfurter Mieter üben mehr Genügsamkeit

10. Februar 2009
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Laut Studie der Dr. Lübke GmbH hat sich die Nachfrage in Frankfurt quantitativ und qualitativ verändert

Die Mieter in der Mainmetropole haben 2008 ihre Ansprüche an neue Büroflächen zurückgeschraubt. So das Ergebnis der Studie „Trendguide Büroanmietungen Frankfurt“ der Dr. Lübke GmbH. Befragt wurden 60 Unternehmen, die in 2008 neue Büroräume in Frankfurt angemietet haben. Im Vergleich zu 2007 ist die Dynamik deutlich zurückgegangen: Nur noch knapp ein Drittel der Anmietungen geht auf eine „neue“ Nachfrage zurück – 2007 lag dieser Wert noch bei 45 Prozent. Hauptmotive für den Umzug waren der Wunsch nach größeren Räumlichkeiten (38 Prozent), einer besseren Lage (15 Prozent) und einer repräsentativeren Ausstattung (13 Prozent).

„Die Dynamik des Frankfurter Bürovermietungsmarktes lässt langsam aber sicher nach“, erklärt Metin Yildirim, Regionalleiter Frankfurt der Dr. Lübke GmbH. Resultierten 2007 noch fast die Hälfte der Büroanmietungen aus einer „echten“ Flächennachfrage, waren 2008 nur noch 30 Prozent der Anmietungen mit einer erstmaligen Nachfrage oder mit der Anmietung einer zusätzlichen Fläche verbunden. So gingen 2008 Firmenneugründungen und die Eröffnung neuer Niederlassungen, die 2007 mit 20 Prozent noch einen hohen Beitrag zur positiven Nettoabsorption leisteten, um die Hälfte zurück. Gegen diesen Trend behaupteten sich jedoch bereits ansässige Frankfurter Firmen: 17 Prozent haben zusätzliche Flächen angemietet und 42 Prozent haben mit einem Umzug in größere Räumlichkeiten zur positiven Nettoabsorption beigetragen.

Die Zurückhaltung spiegelt sich auch in den Umzugsmotiven wider. Zwar veranlasste 38 Prozent der Befragten zusätzlicher Raumbedarf zum Umzug, aber im Vergleich zum Vorjahr hat der Wunsch nach repräsentativeren Flächen und/oder einem besseren Standort zumindest als ausschlaggebendes Motiv für den Umzug an Bedeutung verloren. Der Kostendruck scheint jedoch noch nicht all zu hoch: Nur sieben Prozent strebten mit dem Umzug eine Kostenreduktion an und keinem der befragten Unternehmen war das alte Büro zu groß geworden.

Wunschzettel erfüllt
Entsprechend dem Hauptumzugsmotiv bezogen 60 Prozent größere Büros. Den Wunsch nach Räumlichkeiten in einer besseren Lage haben sich 29 Prozent erfüllt und 76 Prozent entschieden sich obwohl nur 13 Prozent dies als Hauptmotiv für den Umzug angaben für ein Büro mit einer hochwertigeren Ausstattung. Allerdings ist die Bereitschaft, hochpreisige Mieten zu zahlen, zurückgegangen. Nur noch 40 Prozent waren 2008 bereit, am neuen Standort mehr zu bezahlen – im Vorjahr waren es noch die Hälfte. Und knapp ein Viertel der Befragten profitierten von einer günstigeren Miete.

Frankfurter Mieter sind „Umweltmuffel“
Wie in Dresden und Düsseldorf gewinnt das Thema Nachhaltigkeit in Frankfurt nur langsam an Fahrt. Auch wenn es deutschlandweit einige Projekte gibt, die nach Greenbuilding-Standards modernisiert oder gebaut werden, wie beispielsweise die Frankfurter „Greentowers“ – derzeit Europas größtes Refurbishmentprojekt. Dennoch outen sich die Frankfurter Mieter als wenig interessiert an ökologischen Maßstäben. Während in Düsseldorf und Dresden immerhin einem Drittel die Energiebilanz der anzumietenden Fläche wichtig ist, erachtete dies in Frankfurt nur ein Viertel der Mieter relevant für die Anmietungsentscheidung. Eine Erklärung dafür ist, dass die durchschnittlichen Nebenkosten in Frankfurt im bundesweiten Vergleich zwar am höchsten sind, aber gleichzeitig haben diese Kosten in der Mainmetropole den niedrigsten relativen Anteil an den gesamten Bürokosten und fallen somit weniger ins Gewicht.

Zukunftssausichten verhalten optimistisch
„Trotz Abflauen der Konjunktur schauen die meisten der befragten Unternehmen noch recht optimistisch in die Zukunft“, beschreibt Yildirim die Stimmung bei den befragten Mietern. So würden 77 Prozent heute auf jeden Fall wieder die gleiche Anmietungsentscheidung treffen und 11 Prozent mit hoher Wahrscheinlichkeit. Von den 12 Prozent, die ihre Entscheidung revidieren möchten, würden drei Prozent eine kleinere Fläche anmieten, zwei Prozent ihre Ansprüche an die Repräsentativität der Fläche zurückschrauben und sieben Prozent hätten die Umzugspläne ganz abgeblasen.

Für die Kurzstudie „Trendguide Büroanmietungen Frankfurt“ hat Dr. Lübke 60 Unternehmen befragt, die 2008 neue Büroräume in Frankfurt gemietet haben.

Die Studie steht zum kostenlosen Download zur Verfügung unter: www.dr-luebke.com.

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