Bei den Cologne Oval Offices kommt Farbe ins Spiel

12. Februar 2009
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coo-ausenraumperspektiveDer laufende Fassadenbau verdeutlicht, wie die neuen Bürogebäude das Köln-Bayenthaler Rheinufer aufwerten.

Wenn Passanten derzeit in der Schönhauser Straße in Köln-Bayenthal verharren und staunend den Blick heben, dann geschieht das ausnahmsweise nicht, um den Kölner Dom zu betrachten. Der befindet sich zwar auch unmittelbar am Rheinufer, aber rund zwei Kilometer stromabwärts. In der Schönhauser Straße zieht die Fassade der Cologne Oval Offices Blicke auf sich: Die Montage der Außenhaut ist in vollem Gange.

Damit die Verkleidung der mäanderförmigen Bauwerke der Architekten Sauerbruch Hutton im Juni plangerecht abgeschlossen ist, rollen nun die Lastwagen mit den dreigeschossigen Fassadenteilen an. Eine Spezialfirma im bayerischen Deggendorf setzt die neun Meter hohen Glaselemente bereits dort zusammen; quer durch Deutschland schaffen Lkw die Fassadenteile dann nach Köln. Ein Kran richtet sie am Rheinufer auf, bevor sie mit Hilfe eines Schlittens passgenau am Rohbau befestigt werden.

Ein Kleid aus buntem Glas: spektakulär anzusehen und Energie sparend

Im Mai sollen dann auch alle zur Fassade gehörigen 5.000 Sonnenschutzklappen installiert sein. Und so wird es pünktlich zum Frühjahrsbeginn wirklich bunt am Rheinufer: Die farbigen Paneele ändern je nach Lichteinfall ihre Farbe, so dass die komplette Außenhaut der Häuser mit den Lichtverhältnissen in Rot- und Grüntönen changieren wird. Das Kleid aus buntem Glas sieht nicht nur spektakulär aus, sondern übernimmt eine wichtige Funktion bei der Klimatisierung der dahinter liegenden Büros für rund 1.700 Beschäftigten. Ein Sonnenstandswächter auf dem Dach prüft ständig, ob die Sonne scheint. Diese Information wird an eine Software weitergegeben, die den genauen Stand der Sonne zur gegebenen Jahres- und Tageszeit kennt und danach die gläsernen Klappläden optimal ausrichtet. Und da jedes Paar Klappläden mit einem eigenen Motor ausgestattet ist, kann jeder Teil der Fassade auch individuell angewählt und gesteuert werden. Im Ergebnis trägt die Fassade einen Großteil zur beispielhaften Energieeffizienz in den Cologne Oval Offices bei. Der Bedarf an Primärenergie wird bei nur 105 Kilowattsunden pro Jahr pro Quadratmeter liegen – die Hälfte von dem, was andere klimatisierte Bürogebäude benötigen.

Eigens entwickeltes Design der Deckensegel im Inneren

Während die entstehende Fassade allmählich ein Bild der fertigen Cologne Oval Offices vermittelt, schreitet auch der Innenausbau termingerecht voran. Derzeit werden 2.500 Deckensegel produziert, getestet und installiert. Ihr Design ist eigens für die Cologne Oval Offices entworfen worden. So will die Münchener MEAG sicherstellen, dass auch das innere Erscheinungsbild zum neuartigen Äußeren der Cologne Oval Offices passt. Im Inneren der Cologne Oval Offices werden die Deckenelemente so aufgehangen, dass die Räume noch höher wirken, als sie tatsächlich sind. Der Innenausbau wird in erster Linie so gestaltet, dass eine ideale Arbeitsatmosphäre für die später in den Cologne Oval Offices tätigen Menschen geschaffen wird – wie es im umfassenden Konzept der Cologne Oval Offices angelegt ist. Denn einer der architektonischen Grundgedanken bei ihrer Planung besagt, dass nicht nur Menschen Gebäude prägen, sondern Gebäude auch Menschen. Die Architektur hat Einfluss haben auf die Leistungsfähigkeit, die Kraft und die Dynamik der im Haus Arbeitenden. Dazu tragen die Deckensegel bei und haben darüber hinaus einen praktischen Nutzen: In ihnen sind Schallschlucker, Beleuchtung, Lüftungstechnik und Sprinkleranlage untergebracht.

Niedriger Primärenergiebedarf bringt EU-GreenBuilding-Zertifikat

Bei den Cologne Oval Offices ebenfalls an Ressourcen schonende Maßnahmen angebunden: der Stromverbrauch. Die Büroleuchten sind an das Außenlicht gekoppelt, so dass sich die Helligkeit und damit der Stromverbrauch der künstlichen Lichtquellen am einfallenden Tageslicht orientiert. Die Lüftung der Häuser ist mit Wärmerückgewinnungsanlagen ausgestattet; und damit nicht genug der innovativen Gebäudetechnik: Der herausragende Standort direkt am Rhein bietet neben der schönen Lage auch den Zugriff auf das Uferfiltrat. Dieses Grundwasser, gemischt mit Rheinwasser, das durch das Ufer des Flusses sickert, kann als Kältequelle genutzt werden und ist Bestandteil des Klimakonzeptes der Gebäude.

Cologne Oval Offices: bereits zweifach ausgezeichnet

Der niedrige Primärenergiebedarf von nur rund 105 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr hat den Cologne Oval Offices bereits zwei Auszeichnungen eingebracht: Die MEAG wurde für den niedrigen Primärenergiebedarf der Cologne Oval Offices mit dem GreenBuilding-Zertifikat der EU ausgezeichnet, und die Standortinitiative der Bundesregierung, „Deutschland – Land der Ideen“, hat die Cologne Oval Offices auf Grund des ausgefeilten Energiekonzeptes in die Liste der „365 ausgewählten Orte des Jahres 2009“ aufgenommen.

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