Handwerker-Kosten richtig kalkulieren

1. Oktober 2013
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cc by wikimedia / Nino Barbieri

Egal ob es ein tropfender Wasserhahn ist, ein Rohrbruch oder eine Komplettsanierung des günstig erworbenen Altbaus, irgendwann ist jeder einmal auf die Hilfe von Handwerkern angewiesen. Doch dass diese Ihre Hilfe nicht umsonst anbieten, versteht sich von selbst. Und dass die Kosten, die dann auf einen zukommen können, auch mal ziemlich hoch sein können, ist auch allseits bekannt. Doch mit was genau müssen Sie rechnen, wenn Sie einen Handwerker beauftragen?

Um Ihnen eine realistische Kostenkalkulation zu ermöglichen, haben wir hier für Sie zusammengestellt, was es zu beachten gibt.

Materialbedarf

Zunächst sollten Sie eine Liste anfertigen, mit ALLEM, was an Material zum Einsatz kommt. Auf die Liste gehören natürlich zunächst die Baustoffe, aber vergessen Sie nicht, auch notwendige Maschinen und Kleinmaterial darauf zu vermerken. Ebenso sollten Sie ein Gerüst notieren, wenn für die Arbeiten ein solches erforderlich ist.

Für die Kostenkalkulation verwenden Sie die Preise eines Baumarktes plus einen kleinen Aufschlag. Handwerker haben meist eigene Lieferanten und Baustoffe, mit denen sie besonders gern arbeiten, da sie mit jenen gute Erfahrung gemacht haben. Das sollte Ihnen auch ein paar Euro mehr wert sein, da sich das qualitativ meist auszahlt.

Die Arbeitszeit

Bei der Berechnung der Arbeitszeit gilt zunächst zu bedenken, wie viele Arbeiter erforderlich sein werden. Reichen zwei Handwerker oder ist es doch eher eine Arbeit für einen Trupp von 4 bis 6 Leuten? Nun überlegen Sie noch, wie viele Stunden diese Arbeiter mit der Aufgabe befasst sein werden. Rechnen Sie bei der Zeit großzügig und kalkulieren Sie lieber auch noch einen Zuschlag für Unvorhergesehenes mit ein.

Die Preise für die Arbeitsstunden können Sie bei den Handwerkern erfragen. Diese kann Ihnen jeder Handwerker am Telefon mitteilen, ohne extra zu Ihnen bzw. zu der Baustelle rausgefahren kommen zu müssen. Erfragen Sie auch gleich die genaue Dauer einer Arbeitsstunde und Preise für Geräte. Außerdem sollten Sie nicht vergessen, sich nach Mehrbeträgen für Überstunden, Wochenend- oder Notdienste zu erkundigen.

Zu der Arbeitszeit wird man Ihnen auch die Anfahrt in Rechnung stellen. Erkundigen Sie sich daher nach dem Preis für die Anfahrt und für die Preise jedes gefahrenen Kilometers (sollten diese in der Pauschale nicht enthalten sein).

Vergewissern Sie sich auch, dass man Ihnen die Bruttopreise (also inklusive Mehrwertsteuer) genannt hat. Viele Handwerker nennen nämlich zunächst nur die Netto-Preise und der Kunde wird letztendlich von der Mehrwertsteuer negativ überrascht.

Preisvereinbarung

Übrigens muss sich der Handwerker an die genannten Preise verbindlich halten. Indem er ihnen diese mitgeteilt hat, hat er Ihnen ein Angebot unterbreitet und sollte es im weiteren Verlauf zu einem Vertragsabschluss kommen, bilden die genannten Preise die Vertragsgrundlage.

Wer preislich auf Nummer sicher gehen und sich vor bösen Überraschungen schützen möchte, kann sich einen Kostenvoranschlag machen lassen. Diesen wird der Handwerker allerdings nicht unterbreiten können, ohne sich vor Ort einen Eindruck der Sachlage verschafft zu haben. Preislich ist er an diesen Kostenvoranschlag weitestgehend gebunden. Lediglich eine Überschreitung von bis zu 15% hat der Verbraucher hinzunehmen.

Anders verhält es sich bei einem Festpreisangebot: In diesem Fall ist der Handwerker absolut an den zuvor vereinbarten Preis gebunden und Sie als Dienstleistungsnehmer finanziell auf der sicheren Seite.

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