Verlorenen Schlüssel nachmachen muss nicht ausreichen

19. August 2013
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cc by flickr/ alancleaver_2000

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In vielen Mehrfamilienhäusern werden inzwischen Schließanlagen benutzt, bei denen ein Schlüssel nicht nur für die Wohnungstür, sondern auch für die Haus- und die Kellertür gedacht ist. Kommt hier ein Schlüssel abhanden, kann es unter Umständen nicht ausreichen, wenn er einfach nachgemacht wird.

Beim Auszug übergibt man als Mieter alle Haus- und Wohnungsschlüssel dem Vermieter. Fehlt dabei einer, dann kann der Vermieter verlangen, dass man nicht nur die Kosten für das Nachmachen des Schlüssels übernimmt, sondern auch für das Austauschen der gesamten Schließanlage! Dies geht aus einem Urteil des Landgerichts Heidelberg hervor.

In dem konkreten Fall hatte der Vermieter vom Mieter nach dessen Auszug verlangt, dass dieser aufgrund eines fehlenden Schlüssels die Kosten in Höhe von 1.500 Euro übernehmen solle, denn schließlich müssten alle 24 Zylinder der Schließanlage ausgetauscht werden. Der Mieter weigerte sich zu zahlen, vor allem da die Hausverwaltung die Anlage bislang gar nicht austauschen ließ. In den Augen der Richter sei dies am Ende das Risiko der Hausverwaltung bzw. des Vermieters. Trotzdem könne man auch in solch einem Fall vom Mieter die Kostenübernahme verlangen. Man ist nur aus dem Schneider, wenn man nachweisen kann, dass man nichts für den Verlust des Schlüssels kann, zum Beispiel nach einem Überfall oder Ähnlichem.

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