Vorhandene Schäden bei Hauskauf: Vorbesitzer müssen bei Täuschung haften

19. Februar 2013
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cc by wikimedia/ Rh-67

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Wer ein Haus kauft, der sollte dieses natürlich auf Herz und Nieren prüfen und erwartet dabei auch vom Vorbesitzer entsprechende Angaben. Doch leider werden manche Schäden erst später bemerkt. Hat einem der Vorbesitzer diese offenbar bewusst verschwiegen, muss dieser selbst dann haften, wenn er eine Gewährleistung ausgeschlossen hat. Dies geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz hervor.

In dem konkreten Fall hatten die Käufer eines Hauses nach einigen Monaten festgestellt, dass die Dämmung der Speicherdecke in weiten Teilen durch Marderfraß zerstört war und zudem mit Marderkot übersät war. Laut den Vorbesitzern hatte das Tier rund ein Jahr im Dach gewütet, jedoch habe man entsprechende Teilsanierungen vorgenommen und sei nach eigenen Angaben danach davon ausgegangen, dass das Problem beseitigt sei. Im Vertrag wurde eine Gewährleistung ausgeschlossen.

Die neuen Besitzer verlangten dennoch rund 25.000 Euro Schadenersatz von den Verkäufern. Die Richter stimmten den aktuellen Hausbesitzern zu, denn ein Gutachter zeigte, dass die Vorbesitzer eigentlich davon hätten ausgehen müssen, dass eine Teilsanierung nicht ausreiche und auch das restliche Dach befallen sei. Zudem hatten sie die lauten Geräusche des Tieres beschrieben, was ebenfalls auf ein größeres Ausmaß der Zerstörung hindeute. Das Verschweigen stelle in solch einem Fall eine arglistige Täuschung dar, bei der auch ein Gewährleistungsausschuss im Kaufvertrag nichts nützt.

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