Baukredit – Festzurren oder abwarten?

23. Dezember 2011
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Hausbau

Hausbau - flickr/Martin Pettitt

Das allgemeine Zinsniveau für Baukredite hat im Jahr 2011 einen historischen Tiefpunkt erreicht. Wer in 2011 sein Baudarlehen abgeschlossen hat, konnte sich für eine lange Zinsbindungsfrist von zum Beispiel 10 oder 15 Jahren einen Zins von etwa 3,5% sichern. Für alle diejenigen, die dies noch nicht getan haben, aber kurz vor dem Erwerb einer Immobilie stehen, stellt sich nun die Frage ob es besser ist jetzt zuzuschlagen, da das Zinsniveau nahezu unverändert ist, oder doch lieber abzuwarten und auf weitere Zinssenkende Maßnamen von Politik und Zentralbank zu hoffen.

Für 2012 lässt sich trotz eines hohen Maßes an Unwägbarkeiten eines sicher sagen, das Zinsniveau wird sich weitgehend stabil rund um den aktuellen Stand einpendeln, weshalb sich auch schon jetzt ein Blick in die Ergebnisse kostenloser Darlehensrechner lohnt. Bestenfalls im 2. Halbjahr 2012 wird ein Zinsanstieg verspürbar sein. Die Entwicklung davon, hängt weitestgehend davon ab, wie die Schuldenkrise in den USA und Europa weiter bekämpft wird. Derzeitiger Stand der Dinge ist, dass sich die wirtschaftliche Situation auf beiden Kontinenten erholen wird, was letztendlich auch zu einem Anstieg des Zinsniveaus, und damit auch der Bauzinsen, bewirken würde. Gedämpft wird dieser Anstieg jedoch hauptsächlich durch zwei Faktoren.

Zum einen ist ein Zinsanstieg politisch im Moment nicht gewollt. Dies untermauerte die EZB auch durch eine weitere Zinssenkung Ende 2011. Auch äußerte sich die EZB zu künftigen Leitzinsanhebungen eher verhalten. All das lässt darauf schließen, dass es von Seiten der Politik kurz und mittelfristig keine Bestrebungen geben wird die Zinsen anzuheben.

Auf der anderen Seite regulieren sich die eigentlichen Kapitalmarktzinsen in eine ähnliche Richtung wie der von der EZB vorgegebene Leitzins. Dabei spielt die Kapitalflucht der Anleger aus unsicheren Papieren (z.B. Staatsanleihen Griechenlands) in sichere Häfen (Bundeswertpapiere) eine große Rolle, denn durch die gestiegene Attraktivität der sicheren Papiere, steigt deren Kurs und sinkt somit deren Rendite. Aber auch das Aufkaufprogramm für Papiere der europäischen Krisenstaaten sorgt für eine ähnliche Entwicklung. Denn das Ziel hierbei ist es den hoch verschuldeten Staaten durch dieses künstliche „Renditelimit“ weiterhin eine günstige und finanzierbare Kreditaufnahme zu ermöglichen.

Auf einen kurzen Satz reduziert bedeutet dies, die Zinsen werden mäßig steigen, vorausgesetzt die oben genannten Annahmen treten auch tatsächlich so oder so ähnlich ein. Für Hausfinanzierer bedeutet dies sich eventuell jetzt schon einen günstigen Kredit zu sichern, denn stark fallen können die Bauzinsen ja ohnehin nicht mehr.

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